Was sich dramatisch anhört war glücklicherweise nur eine Übung könnte aber jederzeit bei einem Einsatz passieren. Eine etwas andere Ausbildung hat in diesem Jahr die Feuerwehr Weiskirchen gemacht. An 2 Samstagen im August machten sich insgesamt 25 Mann auf den Weg in die Nähe von Wertheim am Main.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne hat sich die Firma IFRT niedergelassen, die sich ausschließlich um die Ausbildung von Feuerwehrleuten bei Brandeinsätzen kümmert. In einer aus Seecontainern zusammengestellten Anlage können Feuerwehrmänner unter Einsatzbedingungen trainieren. Als erstes wurden die Einsatzkräfte in einem Unterricht auf die Gefahren bei Brandeinsätzen hingewiesen. Danach ging es zur Anlage, der erste Durchgang stand bevor. Alle mussten ihre Schutzkleidung und Atemschutzgeräte anlegen. In einem Brandraum wurde mit Paletten ein richtiges Feuer entzündet. Im ersten Durchgang stand das beobachten des Brandverlaufes und das Erkennen der Temperaturverteilung auf dem Plan. Alle setzten sich auf den Boden der Anlage und nachdem der Brandraum aufgeheizt war, wurde die Tür geöffnet und der Rauch breitete sich in dem Raum aus. Als die Kopfhöhe erreicht wurde, verschlossen die Ausbilder den Brandraun, dadurch wurde dem Feuer der Sauerstoff entzogen. Wenig später wurde die Tür wieder geöffnet und Sauerstoff ließ das Feuer auflodern. Plötzlich zischte eine Feuerwalze über die Köpfe der Männer, spätestens jetzt kauerten alle am Boden und beobachteten das Feuer.

Mit Hilfe einer Wärmebildkamera der Stadt Rodgau konnte der Brandverlauf beobachtet werden. Im Brandraum herrschten Temperaturen von 1000 Grad und über den Köpfen wurden immer noch bis zu 400 Grad gemessen. Ohne die Schutzkleidung würde man hier schwerste Verbrennungen davontragen.

Das Personal wurde wegen der Hitze von vorne nach hinten durchgewechselt, dann ging es nach draußen zum Abkühlen. Bereits nach diesem ersten Durchgang waren alle durchgeschwitzt, wichtig nach diesem Durchgang war die Aufnahme von genügend Flüssigkeit.

Zur Abkühlung wurde dann auf dem Freigelände ein Strahlrohrtraining durchgeführt, welches dann später in der Anlage zur Anwendung kommen sollte. Nach einem Mittagessen ging es dann wieder mit voll angelegter Schutzkleidung in die Anlage zum Blocken von einer Rauchgasdurchzündung. Die Anlage wurde wieder aufgeheizt und jeder Feuerwehmann konnte mit einem Strahlrohr, der neusten Bauart, eine Durchzündung mit einem verschwindend geringen Wasserverbrauch löschen. Dass man mit so wenig Wasser eine solche Wirkung erzielen kann, war für viele sehr Interessant. Nachdem alle abwechselnd gelöscht haben und mit dem Wasserdampf durchnässt waren, ging es wieder nach draußen.

Mittlerweile war bei den meisten der Luftvorrat aufgebraucht und die Flaschen der Atemschutzgeräte mussten getauscht werden. Die Geräte wurden von der Firma zur Verfügung gestellt. Als letzter Durchgang stand eine Angriffsübung mit je 2 Mann an. Mit einem Strahlrohr im Anschlag musste eine Tür geöffnet werden und es ging in den Innenangriff in den Container. Hier wurde in einem verrauchten und dunklen Raum eine Durchzündung gestartet und diese musste gelöscht werden.

Für die meisten war dies ein einmaliges Erlebnis. Wir hoffen natürlich dass keiner der Anwesenden dies jemals anwenden muss, aber sollte es trotzdem mal vorkommen hat hier jetzt jeder gelernt wie er sich in solch einer Situation Verhalten muss.

Solch ein Training gibt es nicht umsonst. Der Verein der Freiwilligen Feuerwehr hat dies aus Spenden zum 80 jährigen Jubiläum und den Mitgliedsbeiträgen bezahlt. Immerhin kostet diese Ausbildung über 5.000€, dennoch sieht dies der Verein, so der Wehrführer und 1. Vorsitzender Dieter Horch als gut angelegtes Geld für die Sicherheit der Männer, die dies ehrenamtlich zum Schutz der Bürger ausüben.


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